Das Kurdische Filmfestival Berlin wurde 2002 unter der Schirmherrschaft des damaligen Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit gegründet und war weltweit das erste Festival seiner Art. Seitdem steht es für die internationale Sichtbarkeit des kurdischen Kinos und für die Stärkung kultureller Vielfalt im Herzen Europas.
Entstanden in einem historischen Kontext, in dem die kurdische Sprache und Kultur in den vier Teilen Kurdistans über Jahrzehnte hinweg verboten oder politisch unterdrückt wurden, wurde Berlin zu einem Ort der freien künstlerischen Entfaltung. In einer Stadt, die für Offenheit, Migration und kulturelle Diversität steht, entwickelte sich das Festival zu einer Plattform demokratischer Öffentlichkeit, Selbstrepräsentation und transnationalen Dialogs.
Die kontinuierliche finanzielle Unterstützung durch den Berliner Senat war und ist dabei von zentraler Bedeutung. Sie ermöglichte nicht nur die langfristige Etablierung des Festivals, sondern unterstreicht auch Berlins kulturpolitisches Selbstverständnis: Vielfalt zu fördern, marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen und internationale kulturelle Netzwerke zu stärken. Ohne diese Unterstützung wäre die nachhaltige Entwicklung des Festivals kaum möglich gewesen.
Vom 25. September bis 1. Oktober 2026 findet die 16. Ausgabe im Babylon Mitte statt. Präsentiert werden rund 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme sowie ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Diskussionen, Panels und Begegnungen zwischen Filmschaffenden und Publikum.
Der Festivalfokus 2026 – „Kurden in der Sowjetunion – Zwischen Erinnerung, Identität und Erneuerung“ – widmet sich einer wenig erzählten Geschichte. Er beleuchtet, wie sich kurdische Identität unter den politischen Bedingungen der Sowjetzeit formte und weiterentwickelte – zwischen Repression und Förderung, zwischen kultureller Selbstbehauptung, Erinnerung und künstlerischem Ausdruck.