Team

Ein Festival entsteht nur durch engagierte Teamarbeit. Nur durch das Zusammenspiel vieler Menschen können unsere Gäste und unser Publikum ein einzigartiges Erlebnis genießen. Beim Kurdischen Filmfestival tragen neben der Festivalleitung und unseren Partnerinstitutionen auch die Programmverantwortlichen, technischen Mitarbeiter:innen und zahlreiche freiwillige Helfer:innen dazu bei, dass alles reibungslos abläuft. Jede:r Einzelne leistet einen wertvollen Beitrag, damit das Festival ein voller Erfolg wird und unvergessliche Momente schafft.

Über

Das Kurdische Filmfestival Berlin wurde im Juni 2002 ins Leben gerufen und hat sich seitdem als feste Größe in der Berliner Festivallandschaft etabliert. Die erste Ausgabe fand im Babylon Kino Mitte statt, organisiert von Babylonia e.V. unter der Leitung des Filmemachers Mehmet Aktaş. Über zehn Tage hinweg präsentierte das Festival 29 Filme aus der Türkei, dem Irak, Iran, Syrien, Griechenland, Israel, den USA, Armenien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz, die sich mit kurdischer Realität und Fiktion auseinandersetzten. Medienpartner der ersten Stunde waren die taz und Radio Multikulti.

Gegründet unter der Schirmherrschaft des damaligen Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, war das Festival weltweit das erste seiner Art. Es setzte von Anfang an ein deutliches Zeichen für die internationale Sichtbarkeit des kurdischen Kinos und die Stärkung kultureller Vielfalt im Herzen Europas. In einem historischen Kontext, in dem die kurdische Sprache und Kultur in den vier Teilen Kurdistans jahrzehntelang unterdrückt oder verboten waren, bot Berlin einen Raum für freie künstlerische Entfaltung. In einer Stadt, die für Offenheit, Migration und kulturelle Diversität steht, entwickelte sich das Festival zu einer Plattform demokratischer Öffentlichkeit, kultureller Selbstrepräsentation und transnationalen Dialogs.

Die erste Edition war dem legendären Regisseur Yılmaz Güney gewidmet, der die kurdische Perspektive einem internationalen Publikum bekannt machte. Gezeigt wurden Klassiker wie Yol – Der Weg und Sürü – Die Herde. Eröffnet wurde das Festival mit dem preisgekrönten Film Zeit der trunkenen Pferde des iranisch-kurdischen Regisseurs Bahman Ghobadi.

Seit 2004 wird das Festival von der Berliner Produktions- und Distributionsfirma mîtosfilm – Aktas & Gallico (heute Aktas & Hajo GbR) veranstaltet, zeitweise in Kooperation mit dem Sprachenatelier Berlin. Die kontinuierliche finanzielle Unterstützung durch den Berliner Senat – unter anderem über den Hauptstadtkulturfonds, die LOTTO-Stiftung Berlin und mehrjährige Festivalförderungen – war und ist entscheidend für die langfristige Etablierung des Festivals. Sie verdeutlicht Berlins kulturpolitisches Selbstverständnis, Vielfalt zu fördern, marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen und internationale kulturelle Netzwerke zu stärken.

Neben dem Babylon Kino Mitte war zeitweise auch das Eiszeit Kino Spielstätte des Festivals. Nach dessen Schließung 2018 gehören das Moviemento in Kreuzkölln – das älteste Kino Deutschlands – und das fsk Kino in Kreuzberg zu den weiteren Veranstaltungsorten.

Vom 25. September bis 1. Oktober 2026 findet die 16. Ausgabe des Festivals im Babylon Mitte statt. Gezeigt werden rund 60 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme, ergänzt durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Diskussionen, Panels und Begegnungen zwischen Filmschaffenden und Publikum.

Der Festivalfokus 2026 – „Kurden in der Sowjetunion – Zwischen Erinnerung, Identität und Erneuerung“ – widmet sich einer bislang wenig erzählten Geschichte. Er beleuchtet, wie kurdische Identität unter den politischen Bedingungen der Sowjetzeit entstand und sich weiterentwickelte – zwischen Repression und Förderung, zwischen kultureller Selbstbehauptung, Erinnerung und künstlerischem Ausdruck.

Heute hat sich das Kurdische Filmfestival Berlin weit über die kurdische Community hinaus als fester Bestandteil der Berliner Festivalszene etabliert. Mit seinem Programm aus Kurz-, Dokumentar-, Experimental- und Spielfilmen, einem Kurzfilmwettbewerb zur Förderung neuer Stimmen des kurdischen Kinos und einem internationalen Online-Angebot bleibt es eine lebendige Plattform für Austausch, Sichtbarkeit und kulturelle Selbstbestimmung.