Fokus: Kurden in der Sowjetunion – Zwischen Erinnerung, Identität, Deportation und Erneuerung

Fokus: Kurden in der Sowjetunion – Zwischen Erinnerung, Identität, Deportation und Erneuerung

Fokus: Kurden in der Sowjetunion – Zwischen Erinnerung, Identität, Deportation und Erneuerung

Das 16. Kurdische Filmfestival Berlin widmet sich 2026 einer weitgehend unbekannten und kaum aufgearbeiteten Geschichte: dem Leben und der kulturellen Produktion der Kurdinnen und Kurden in der ehemaligen Sowjetunion. Über mehrere Jahrzehnte hinweg entwickelte sich dort eine eigenständige kurdische Kultur geprägt von staatlicher Förderung und gleichzeitiger Kontrolle, von Hoffnung auf Selbstentfaltung und Erfahrung politischer Repression.

Fokus: Kurden in der Sowjetunion – Zwischen Erinnerung, Identität, Deportation und Erneuerung

16. Kurdisches Filmfestival Berlin 2026 25.09.–01.10.2026

Das 16. Kurdische Filmfestival Berlin widmet sich 2026 einer weitgehend unbekannten und kaum aufgearbeiteten Geschichte: dem Leben und der kulturellen Produktion der Kurdinnen und Kurden in der ehemaligen Sowjetunion. Über mehrere Jahrzehnte hinweg entwickelte sich dort eine eigenständige kurdische Kultur geprägt von staatlicher Förderung und gleichzeitiger Kontrolle, von Hoffnung auf Selbstentfaltung und Erfahrung politischer Repression.

Während kurdische Sprache, Bildung, Presse, Musik und Film in vielen Regionen des Nahen Ostens verboten waren, entstanden in der Sowjetunion Institutionen wie kurdische Schulen, Zeitungen, Rundfunksendungen und kulturelle Netzwerke. Gleichzeitig führten ideologische Einschränkungen, stalinistische Repressionen und Deportationen zur Zerschlagung vieler dieser Strukturen. Diese widersprüchliche Erfahrung prägt bis heute das kollektive Gedächtnis der kurdischen Diaspora.

Der diesjährige Festivalfokus versteht sich als Versuch, verstreute Fragmente dieser Geschichte zusammenzuführen. Filme, Ausstellungen, Klang- und Rauminstallationen sowie literarische Veranstaltungen machen sichtbar, wie kurdische Identität im sozialistischen Kontext ausgehandelt wurde – zwischen Anpassung und Selbstbehauptung, zwischen Archiv und gelebter Erinnerung.

Neben dem internationalen Filmprogramm präsentiert das Festival mehrere thematische Projekte, darunter die Klanginstallation „Radioya Yerevane – Die Stimme der Erinnerung“, Ausstellungen zur kurdischen Pressegeschichte Armeniens und zum Autonomieprojekt „Rotes Kurdistan“, eine künstlerische Installation zur jesidischen Artistin Nazi Alexandrowna Shirai sowie eine Lesung mit dem Schriftsteller Eskerê Boyîk.

Das 16. Kurdische Filmfestival Berlin versteht sich damit als Ort des Erinnerns, des künstlerischen Dialogs und der kritischen Auseinandersetzung mit Geschichte. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung kurdischer Erfahrungen in Europa und zur Weitergabe eines kulturellen Erbes, das über politische Systeme hinweg fortwirkt.